Mein wichtigstes Medium ist das Licht und in der Folge auch das Antilicht - von der
Dämmerung bis zur Dunkelheit. Es ist ein schwieriges Medium, und dies macht die Arbeit
mit ihm so spannend. Es ist ständig in Bewegung und ist selbst Bewegung - es trägt die
Evolution in sich. Sensibilität ist gefragt, Sensibilität auch in der Beweglichkeit und
immer wieder Standfestigkeit in der Beweglichkeit.

Ein philosophisches Fundament, ein Wissen über Lebens- und Todesvorgänge und die bild-
nerischen Symbolsprachen in verschiedenen Kultur- und Lebensräumen in ihren Wandlungen
und Verknüpfungen, einschliesslich der Zahlensymbolik, bilden sozusagen den Urgrund, der
sich laufend mit neuen Zusammenhängen erweitert - wie ein Zeichen der Unendlichkeit.

Die plastische bildnerische Arbeit macht nur dann Sinn, wenn sie an der Entwicklung des
menschlichen Bewusstseins beteiligt ist; und dies ist ein innerer Vorgang. Der Mensch
muss die Evolution in sich zulassen und mit ihr arbeiten. Dies ist die innere plastische
Arbeit. Bei dieser stellt sich dann heraus, wie unwichtig eine Arbeit ist, welche nur nach
äusseren ästhetischen Werten sucht. Werte, die sich bei jeder ernsthaft ausgeführten Arbeit
ganz von alleine einstellen.

Also, auf zu neuen Massstäben! Kunst ist zugleich irdisch und überirdisch! Für den kreativen
Menschen heisst das weiterarbeiten am Werk...